Heads-Up

Die meisten werden bisher an einem Pokertisch mit mehreren Spielern gesessen sein, doch falls es Ihnen gelingt, in einem Turnier bis ins Finale zu kommen, so werden Sie nicht um ein Heads-Up herumkommen. Dabei handelt es sich um ein 1 gegen 1 Pokerspiel, zwei Spieler versuchen sich gegenseitig alle Chips abzuknöpfen. Beim Onlinepoker wird diese Spielmöglichkeit auch angeboten, Tische mit nur zwei Stühlen sind keine Seltenheit.

Bei einem Heads-Up kommt es auf andere Faktoren an, als beim normalen Spiel. Im Normalfall kommt es, wie schon erwähnt, am Ende eines Turniers zu einem Heads-Up, zu diesem Zeitpunkt werden die Blinds schon sehr hoch sein, beide Spieler werden natürlich auch sehr viele Chips besitzen, da die Chips von allen Teilnehmern auf diese zwei Spieler aufgeteilt sind. Doch hier gilt: Man darf dem Gegner keine Chips schenken, Blinds stehlen ist angesagt. Da die Blinds so hoch sind, ist es in einem Heads-Up nicht möglich Tight Play zu spielen, bis man gute Karten erhalten hat, wird man mit höchster Wahrscheinlichkeit schon keine Chips mehr besitzen. Im Heads-Up muss man sehr aggressiv agieren, meistens werden beide Spieler schlechte Karten besitzen, nun kommt es darauf an, wer dem anderen besser etwas vorspielen kann, oder wer mehr riskieren will.

Die Wertigkeit der Starthand ist im Heads-Up ganz anders zu bewerten als im normalen Spiel, das Hutchinson System sollte man hier nicht mehr verwenden, denn in einem Heads-Up haben auch kleine Paare eine hohe Gewinnchance, solche Hände werden beispielsweise im Hutchinson System nicht gespielt, man sollte sich mehr auf die eigene Erfahrung verlassen.

In einem Heads-Up sind natürlich auch die Rollen anders zu verteilen, denn bei nur zwei Spielern ist es nicht möglich, Dealer, Small und Big Blind auf verschiedene Personen zu legen. Der Dealerbutton ist zu gleich auch der Small Blind. Vor dem Flop muss zuerst der Spieler mit dem Dealerbutton handeln, nach dem Flop hat der Big Blind die bessere Position. Beim Heads-Up spielt das Glück natürlich eine sehr entscheidende Rolle, es kommt nicht mehr gross darauf an, welcher Spieler besser ist, meistens gewinnt der glücklichere von Beiden.

Erfahrene Spieler achten beim Heads-Up speziell auf die Pot Outs, für alle Anfänger ist dies nicht unbedingt von Bedeutung, doch für die Spieler, die schon etwas Erfahrung gesammelt haben ist es sicher ein spannendes Thema.

Unter Pot Outs versteht man die Anzahl an verdeckten Karten, die das eigene Blatt noch verbessern können. Wenn man die Anzahl der Karten weiss, kann man dadurch die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der die nächste Karte eine Karte sein wird, die dem Spieler hilft. In der Theorie klingt das alles ziemlich kompliziert, doch es ist ganz einfach. Betrachten wir uns dieses Beispiel: Als Starthand halten wir ein Ass und eine 9 in der Hand, nun wollen wir berechnen wie viele Outs wir haben um zwei Paare zu erhalten. Ein Kartenset enthält immer 4 Asse und 9, somit haben wir 6 mögliche Outs. Anhand dieser Information ist es nun möglich zu berechnen, wie hoch die prozentuale Gewinnchance ist. Wir gehen einfach davon aus, dass noch keine Karten aufgedeckt worden sind. Die Kartenspiele, die für Poker benutzt werden haben immer 52 Karten, somit sind in der momentanen Situation noch 48 verdeckte Karten im Spiel. Wir rechnen nun die Anzahl verdeckter Karten durch die Anzahl unserer Outs. 48/6=8

Das Resultat ist 8. Wir rechnen weiter: 100/8=12.5% Die Chance, dass eine Karte aufgedeckt wird, die uns hilft liegt also bei 12.5%. Bei 8 solcher Situationen wirst du 1 Mal zwei Paare treffen.

Jeder Spieler muss natürlich für sich selber entscheiden, ob diese Zahl genug hoch ist, um mit dieser Hand weiterzuspielen, Erfahrung kann bei dieser Entscheidung sehr hilfreich sein.

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