Razz Poker
Razz Poker gehört zur Familie der Stud-Pokervarianten und wird normalerweise als “Lowball Poker” (oft auch “Ace-to-Five Low” genannt) gespielt, was bedeutet, dass die einzelnen Pokerspieler versuchen, mit den ausgeteilten sieben Karten fünf davon so auszuwählen, dass sie die niedrigste mögliche Pokerhand bilden. Bei Razz stellen Straights und Flushes kein Hindernis dafür dar, eine niedrige Hand zu erzielen, und das Ass wird stets niedrig gewertet. Die beste mögliche Hand bei Razz ist 5-4-3-2-Ass, die auch als “Five High”, “The Wheel” oder “The Bicycle” bezeichnet wird. Razz kann man sowohl beim Live-Poker als auch beim Online-Poker finden. Wer sich schonmal gefragt hat, wofür die einzelnen Buchstaben in der Abkürzung H.O.R.S.E eigentlich stehen oder aus welchen Pokervarianten sich HORSE zusammensetzt, ist nun ebenfalls ein wenig schlauer: Das R steht für Razz, Razz Poker ist somit Bestandteil jeder HORSE-Runde. Razz ist bereits seit 1973 Bestandteil der World Series of Poker (WSOP), der weltweit größten Poker-Turnierserie. Das Razz-Turnier zieht dabei allerdings im Vergleich zu den beliebteren Varianten wie Texas Hold’em deutlich weniger Spieler an. Wer gerne Poker spielt und auf der Suche nach Abwechslung zu Texas Hold’em oder Omaha ist, kann diese Abwechslung mit Razz finden. Ab und zu mal eine Partie Razz zu spielen ist daher eine Überlegung wert.
Gespielt wird Razz ähnlich wie Seven Card Stud, mit dem wichtig Unterschied natürlich, dass bei Razz die niedrigste Hand gewinnt. Jeder Spieler erhaelt sieben Karten, es werden jedoch nur die besten fünf davon verwendet, um seine Pokerhand zu bilden. Razz wird gewöhnlich mit maximal acht Spielern und mit festem Limit gespielt, pro Spieler und pro Runde kann also lediglich ein festgelegter Betrag gesetzt werden. Nachdem jeder Spieler am Tisch sein Ante geleistet hat, erhaelt jeder Spieler zunächst zwei verdeckte Karten (engl. Hole Cards) sowie eine offene Karte, die als “Door Card” bezeichnet wird. Der Spieler mit der höchsten Door Card muss den ersten Einsatz leisten, der in der Regel ein Drittel bis die Hälfte des regulären Einsatzes beträgt. Haben zwei Pokerspieler eine Door Card mit dem selben Rang, dann entscheidet die Farbe darüber, welcher der beiden Spieler den Zwangseinsatz leisten muss. Pik zählt dabei am höchsten, gefolgt von Herz, Karo und Kreuz. Somit ist der Pik-König die schlechteste Door Card beim Razz, und mit dieser Karte muss man garantiert den Zwangseinsatz leisten. Wie bei Stud Poker geht das Spiel nach der Erbringung des ersten Einsatzes im Uhrzeigersinn weiter. Nach der ersten Setzrunde erhaelt jeder Spieler, der noch im Spiel ist, eine weitere offene Karte. Das Setzen beginnt mit der niedrigsten sichtbaren Hand. So geht es dann bis zur fünften Karte weiter, wonach der Einsatz verdoppelt wird. Die siebte Karte wird verdeckt ausgeteilt und die Runde beginnt mit dem selben Spieler, der nach der sechsten Karte eröffnet hat. Wie bei den meisten anderen Pokervarianten wandert die Position des Gebers (engl. Dealer) nach jeder Hand eine Position nach links.
Die beste Starthand bei Razz ist normalerweise Ass-2-3. Als Strategie empfiehlt es sich gewöhnlich, nur dann zu spielen, wenn die ersten drei Karten allesamt niedriger als 8 sind und wenn sich darunter kein Paar befindet. Eine weitere verbreitete Strategie ist, das Ante und den Zwangseinsatz zu stehlen. Falls man rechts von dem Spieler sitzt, der den ersten Einsatz zu leisten hat, und ansonsten jeder Spieler aussteigt, dann ist eine Erhöhung dann zu rechtfertigen, wenn man eine niedrigere Door Card als der andere verbleibende Spieler hat. In seltenen Fällen kann es passieren, dass dem Geber mitten im Spiel die Karten ausgehen, wenn nämlich die maximale Anzahl von acht Spielern im Spiel bleiben, bis die siebte und letzte Karte ausgegeben wird. In diesem Fall wird die letzte Karte als Gemeinschaftskarte (engl. Community Card) in die Mitte des Tisches gelegt. Von diesem Spezialfall abgesehen gibt es bei Razz keine Gemeinschaftskarten.
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